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Das Trink-/ Miktionsprotokoll



Diese Protokoll ist ein wichtiges Hilfsmittel in der Beckenboden-Diagnostik und kann ganz einfach von Dir selbst gemacht werden.


Bei einem Miktionsprotokoll, auch Blasentagebuch genannt, schreibt man mehrere Tage lang (mindestens 3 Tage, besser mehr) auf, wann und wieviel Flüssigkeit man trinkt und wann bzw. wie viel Urin man ausscheidet. 

 

Man ergänzt diese Mengen noch mit weiteren Angaben, wie z.B. Stärke des Dranggefühls, Art der Getränke, Urinverlust (evtl. auch Menge des Urinverlusts), Medikamente, Sport, ... 

 

Es ist eine standardisiertes Verfahren um den Zustand des Beckenboden und der Blasenfunktion einschätzen zu können. Außerdem können mögliche ungünstige Verhaltensweisen aufgedeckt werden, auf die in der Therapie eingegangen werden kann.


Das Protokoll ermöglicht eine sinnvolle, individuelle und zielführende Therapie.

 

Es ergänzt die vaginale/ rektale Untersuchung und ermöglicht eine Verlaufkontrolle.


Ein weiterer Vorteil dieser objektiven Methode ist, dass man nach einem bestimmten Zeitraum kontrollieren kann, ob die gewählten Maßnahmen erfolgreich waren.

Einnfach nochmal ein Protokoll machen und mit dem ersten Tagebuch vergleichen. Uns interessieren die Häufigkeit der Toilettengänge, der Zeitabstand zwischen zwei Toilettengängen, das Fassungsvermögen der Blase und das Dranggefühl.

 

 

Wie ein Miktionsprotokoll erstellen?

 

Vorbereitung im Vorfeld:

 


  • Protokolle (findest Du als pdf am Ende der Seite) ausdrucken - für jeden Tag eins!



  • Es sollte mindestens über 3 Tage protokolliert werden (noch besser wären 5 - 7 Tage). Dafür am besten einen Zeitraum auswählen in dem es gut umsetzbar ist; es kann auch mal ein Tag pausiert werden um dann wieder weiter zu machen

 


  • Protokolle im Bad, zusammen mit einem Stift deponieren

 


  • Messbecher (Fassungsvermögen 1 Liter) neben der Toilette bereitstellen (evtl. einmal üben in den Messbecher zu urinieren)

 


  • werden Binden/ Einlagen/ Vorlagen getragen, dann bitte diese im trockenen Zustand wiegen (Küchenwage, Briefwaage,…)

 


  • In der Küche einen Schreibblock mit Stift zurechtlegen um die Trinkmengen zu notieren

 


  • evtl. das Fassungsvermögen der Lieblingstasse schon mal ausmessen


 

Protokoll erstellen:

 


  • Die Protokollierung startet am 1. Tag mit dem 1. Toilettengang am Morgen
  • Bei jedem Toilettengang die Urinmenge im Messbecher auffangen und die Milliliterangabe (so genau wie möglich) bei der entsprechenden Uhrzeit im Miktionsprotokoll eintragen

 


  • Zusätzlich bitte notieren, wie stark der Drang war/ wie groß das Bedürfnis war zu entleeren:
  • 0 = es war kein Drang vorhanden (prophylaktischer Toilettengang)
  • x = ein ganz leichtes Dranggefühl war da
  • xx = ein stärkeres Dranggefühl war da
  • xxx = es war so dringend, dass man es nicht länger ausgehalten hätte

 


  • Binden oder Einlagen: bleiben sie trocken muss nichts notiert werden, kam es aber zu Urinverlust muss die Binde gewogen werden um auch hier die Menge zu ermitteln. (Gewicht nasse Binde - Gewicht trockene Binde = Urinmenge)

 


  • Kam es zu Urinverlust (auch wenn es nur 1 Tropfen war) bitte notieren warum, z.B. beim Lachen, Niesen, Husten, Aufstehen, Tragen,….

 


  • alle Trinkmengen in Milliliter notieren! Jedes Getränk zählt (Kaffee, Wasser, Saft, Tee - hier bitte auch notieren welche Sorte) auch alkoholische Getränke. Wird eine Suppe gegessen, macht es Sinn auch dies auch bei der Trinkmenge einzutragen. Am besten erst separat auf dem Zettel in der Küche aufschreiben und dann nachtragen. Auch hier die Menge bei der entsprechenden Uhrzeit eintragen. 


  • am Ende des Tages bitte zusammenrechnen wieviel insgesamt getrunken wurde - Wert eintragen und zusammenrechnen wieviel Urin abgegeben wurde bitte auch eintragen

 


  • Bitte auch alle weiteren Angaben unter dem Protokoll jeden Tag ergänzen!



Mach das Protokoll für Dich, für Dein/e Beckenboden-Physio und/ oder Deine/n Urologen/in.


Miktionsprotokoll Vordruck

Was ist wünschenswert?


  • Trinkmenge von 1,5 bis 2 Liter bzw. 30 - 40 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht
  • Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/
  • Trinkmenge gleichmäßig über den Tag verteilen
  • Urinmengen pro Toilettengang zwischen 250 ml und 500 ml
  • mindestens 1-2 Stunden vor dem Schlafen gehen nicht mehr trinken! Eventuell sogar bis zu 4 Stunden vor dem zu Bett gehen mit dem Trinken aufhören
  • nachts nichts trinken
  • 4 -7 Toilettengänge am Tag
  • Abstände zwischen 2 Toilettengängen von mindestens 2-3 Stunden, höchstens 4 Stunden
  • vor dem 60. Lebensjahr keine nächtlichen Toilettengänge (außer man ist schwanger oder stillt)
von Gloria Bonauer 24. Februar 2022
Hier findest Du viele Infos rund um das Hilfsmittel "Pessar" - informiere Dich per Videointerview, Blog-Artikel und Podcast:
von Gloria Bonauer 20. Oktober 2021
Der Beckenboden kann nicht nur zu wenig Spannung haben, er kann auch ZU VIEL SPANNUNG haben, also HYPERTON sein. Ein hypertoner Beckenboden ist zu fest, was aber nicht bedeutet, dass er kräftig ist! Das wird oft falsch vermutet. Muskulatur - egal welche - muss sich ANSPANNEN und ENTSPANNEN können und dynamisch reagieren können. Beim Beckenboden z.b. beim Husten und Niesen. Ist die Muskulatur verspannt, kann sie das nicht. Bei einem verspannten Nacken würde übrigens auch niemand auf die Idee kommen zu sagen: Wow, toll, so ein kräftiger Nacken ;-) Probleme, die ein zu fester Beckenboden mit sich bringen kann, sind z.B.: häufiger Harndrang plötzlicher Harndrang schmerzende Blase Probleme die Blase vollständig zu entleeren Verstopfung Hämorrhoiden unvollständige Entleerung des Darms Analfissuren Periodenschmerzen Rückenschmerzen Beckenschmerzen Schmerzen im Intimbereich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr Vaginismus (die Unmöglichkeit etwas einzuführen) Gründe für einen verspannten Beckenboden gibt es auch viele, z.B.: überdosierte oder einseitiges Training ständiges Anspannen des Beckenbodens, z.B. aus Angst vor Inkontinenz Stress Angst traumatisches Erlebnis ... Was kann man tun? Eine pauschale Antwort ist - wie immer - nicht möglich. Oft ist es hilfreich herauszufinden, was die Ursache ist, um dann daran arbeiten zu können. Physiotherapeutisch kann auch einiges getan werden! Entspannungstechniken zur Umstellung des vegetativen Nervensystems, Atemtechniken , Dehnübungen , vaginalen/ rektalen Techniken , Hüft-/ Becken-/Wirbelsäulenmobilisation u.v.m. Erste Tipps findest Du unten in der Bildergalerie:
von websitebuilder 2. August 2021
Jede Narbe braucht Zeit und Pflege um gut zu heilen.
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